D-vitamin

Warum dein Vitamin D nicht wirkt – Die versteckte „Phosphatfalle“ und das FGF23-Hormon

Viele stellen fest, dass ihre Vitamin-D-Spiegel trotz hoher Dosierung nicht steigen oder die erwartete Wirkung (besseres Wohlbefinden, starkes Immunsystem) ausbleibt. Dahinter steckt oft nicht die Qualität des Vitamins, sondern eine biochemische „Sabotage“, die durch eine übermäßige Phosphatzufuhr verursacht wird.

Der interne Regler: Das FGF23-Hormon

In unserem Körper wird der Phosphatspiegel durch ein spezielles Hormon, das FGF23, im Gleichgewicht gehalten. Dieses Hormon fungiert als eine Art Sicherheitsventil: Wenn zu viel Phosphat in den Blutkreislauf gelangt, steigt der FGF23-Spiegel an, um bei der Ausscheidung zu helfen.

Hier liegt das Problem: Das FGF23-Hormon hat eine Nebenwirkung. Um die weitere Phosphataufnahme zu stoppen, gibt es den Nieren den Befehl, die Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Form einzustellen.

Warum tut es das? Da eine der Hauptaufgaben von Vitamin D darin besteht, die Phosphatabsorption im Darm zu unterstützen. Wenn du bereits zu viel Phosphat im Blut hast, inaktiviert dein Körper das Vitamin D, damit nicht noch mehr Phosphat hineingelangt. Für deinen Organismus stellt ein hoher Phosphatspiegel eine unmittelbare Gefahr dar, deshalb opfert er lieber dein Vitamin D, um das Gleichgewicht zu bewahren.

Das Ergebnis: Auch wenn du Vitamin D einnimmst, inaktiviert dein Körper es im „Notfallmodus“, um sich vor einer Phosphatüberladung zu schützen. Praktisch wird dein Vitamin ein Opfer der Phosphatabwehr.

Was ist anorganisches Phosphat und wo triffst du darauf?

Es ist wichtig zu wissen, dass es „gute“ Phosphate gibt: Das sind natürliche, organische Verbindungen, die in Fleisch, Eiern oder Kernen vorkommen. Diese werden langsam aufgenommen, der Körper kann gut mit ihnen umgehen, und der Vitamin-D-Kreislauf läuft daneben ungestört weiter.

Das Problem verursachen die anorganischen Phosphate (Lebensmittelzusatzstoffe). Diese werden fast zu 100 % sofort aufgenommen und verpassen dem System einen brutalen Schock, was das FGF23-Hormon sofort aktiviert.

Auf diese Inhaltsstoffe solltest du auf den Etiketten achten – im Detail:

    • E338 (Phosphorsäure): Am häufigsten in Colas und dunklen Erfrischungsgetränken zu finden. Das ist die aggressivste Form, die das hormonelle Gleichgewicht fast sofort aus der Bahn wirft.
    • E339, E340, E341 (Natrium-, Kalium- und Calciumphosphate): Sie werden als Säureregulatoren eingesetzt. Das E341 (Calciumhydrogenphosphat) ist paradoxerweise der häufigste Füllstoff in den meisten Apotheken-Vitaminen.
    • E450, E451, E452 (Di-, Tri- und Polyphosphate): Das sind die „Wasserbinder“. Sie werden in Wurstwaren (Würstchen, Parizer, Schinken) und Schmelzkäse verwendet, damit das Produkt schwerer wird und nicht austrocknet.
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Was ist mit Sulfate?

Sulfate (Schwefelverbindungen) spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, aber anders als Phosphate. Vitamin D zirkuliert im Blut teilweise an Sulfat gebunden. Wenn dein Körper überlastet ist (zum Beispiel durch die Entgiftung vieler Zusatzstoffe und Umweltgifte), können deine Sulfatreserven erschöpft sein.

Warum ist das wichtig? Weil deine Leber denselben Schwefel (Sulfat) für die Entgiftung von Konservierungsstoffen verwendet, der auch für den Transport von Vitamin D benötigt würde. Wenn deine Leber mit Müll überlastet ist, bleibt nicht genug „Treibstoff“ übrig, um die Vitamine an ihr Ziel zu bringen.

Achte auf diese Sulfate und schwefelhaltigen Konservierungsstoffe (E220-E228 und E513-E517):

    • E220–E228 (Schwefeldioxid und Sulfite): Sie sind in Trockenfrüchten (damit sie nicht braun werden), Weinen, Senf und einigen Konserven zu finden.
    • E513–E517 (Sulfate): Schwefelsäure (E513), Natriumsulfat (E514), Kaliumsulfat (E515), Calciumsulfat (E516) und Ammoniumsulfat (E517). Diese werden in der Lebensmittelindustrie als Mehlbehandlungsmittel, Festigungsmittel oder Stabilisatoren verwendet.

Die Lösung: Die „Reine“ Strategie

Wenn du möchtest, dass dein Vitamin D wirklich wirkt, ist die Erhöhung der Dosis nicht die Lösung (was bei hohem Phosphatspiegel wirkungslos oder sogar kontraproduktiv sein kann), sondern die Optimierung deines Umfelds:

  1. Eliminiere Phosphat-Zusätze: Lies die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln und Vitaminen. Vermeide versteckte Phosphat-Bomben!
  2. Nutze Synergisten: Nimm zu Vitamin D3 immer Vitamin K2 und Magnesium. Magnesium ist unerlässlich für die Enzyme, die Vitamin D aktivieren, und K2 sorgt dafür, dass das Kalzium in die Knochen gelangt und nicht in die Gefäße.
  3. Wähle eine reine Quelle: Suche nach Präparaten, die frei von unnötigen technologischen Hilfsstoffen, Farbstoffen und versteckten Phosphat-Füllstoffen sind.

Fazit: Sei nicht der Feind deines eigenen Vitamins!

Vitaminergänzung ist nicht nur Mathe und besteht nicht nur daraus, eine Kapsel zu schlucken. Damit Vitamin D wirklich seine Arbeit machen kann, musst du ihm den Weg ebnen. Sei ein bewusster Käufer: Schau auf die Rückseite der Packung! Wenn die oben genannten E-Nummern auf der Liste stehen, kann dieses Produkt deinem Gleichgewicht mehr schaden als der Wirkstoff verspricht. Wenn du Nährstoffe aus reinen Quellen zuführst und „systemstörende“ Zusätze vermeidest, wird dein Körper es dir danken.


Verwendete Quellen und Fachliteratur:

    • Shimada, T., et al. (2004). FGF23 is a potent regulator of vitamin D metabolism and phosphate homeostasis. Journal of Bone and Mineral Research.
    • Razzaque, M. S. (2009). The FGF23-Klotho axis: biological importance and clinical implications. Nature Reviews Nephrology.
    • Katsumata, S., et al. (2015). Excessive dietary phosphorus intake impairs vitamin D metabolism. Nutrients.
    • EFSA Panel on Food Additives (2019). Re-evaluation of phosphoric acid – phosphates – di-, tri- and polyphosphates (E 338–341, E 343, E 450–452) as food additives.
    • Heaney, R. P. (2004). Phosphorus Nutrition and the Treatment of Osteoporosis. Mayo Clinic Proceedings.
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